Säbel


Der militärische Säbel hat eine Klinge, die nur an einer Seite geschliffen ist, in vielen Fällen ist aber auch der Klingenrücken auf den ersten 10–30 cm von der Spitze an geschärft (Schör), um beim Rückhandschlag Wirkung zu erzielen und die Stoßeigenschaften zu verbessern.

In wenigen Fällen wurde in diese Schneide ein Dreieck geschliffen, um zusätzlich noch eine Reißwirkung zu erzielen. Die Klinge ist je nach Vorliebe des Besitzers verschieden stark gekrümmt (s.u.). Säbel wurden primär von der leichten Kavallerie verwendet, leichtere Modelle kamen gegen Ende des 17. Jahrhunderts (z. B. bayerische Grenadiere unter Maximilian II. Emanuel) auch bei der Infanterie in "Mode". Doch schon bald gingen viele Armeen dazu über, wieder nur noch das Bajonett zu verwenden.

Die kurzen Infanteriesäbel blieben aber bei den Grenadieren, in manchen Staaten, z. B. in Preußen, auch generell als Statussymbole in Gebrauch. Außerdem wurden von den Offizieren der Tirailleure bald längere, feinere Säbel getragen, während die restlichen Offiziere meist beim Degen blieben.

Der Säbel kommt ursprünglich aus dem Indo-Persischen Raum. Das Wort Säbel kommt vom Ungarischen Szablya, das wieder aus dem Alanischen kommt. Ursprünglich wurde der Säbel v. a. in Asien und Nordafrika, aber auch in Osteuropa eingesetzt, zunächst in der Regel als Jagdwaffe. Als Waffen für den militärischen Gebrauch setzten sich gekrümmte Klingen entgegen verbreiteten Klischees auch im Vorderen Orient erst nach dem Mongolensturm und der Eroberung Persiens durch die Ilchane im 13. Jahrhundert durch.

Zum Durchschlagen von Rüstungen sind sie schlechter geeignet als das gerade Schwert, doch konnten bis zum Hochmittelalter generell nur relativ leichte Rüstungen entwickelt werden, weshalb dieser Nachteil zur Zeit der Kreuzzüge durch die fortschrittlichere Klingenherstellung des Orients ausgeglichen werden konnte. Durch die Krümmung der Klinge entstanden deutlich größere Wunden als bei geraden Klingen – vorausgesetzt, man hatte genügend Übung, ansonsten richtete man meist kaum Schaden an. Außerdem war es bei einem entsprechend gekrümmten Säbel egal, wenn man den Gegner mit dem Mittelteil der Klinge traf, mit geraden Schwertern oder Degen sollte man ihn hingegen mit dem vorderen Teil treffen, um genügend Schaden anzurichten.

Deshalb ist eine lange, gerade Klinge im Handgemenge auf engstem Raum – zumindest für den Durchschnittskämpfer – eher hinderlich. In Westeuropa war die Bedeutung des Säbels aber zunächst gering, das änderte sich aber, als zu Beginn des 18. Jahrhunderts erstmals Husaren im größeren Stil eingesetzt wurden.