Davy Jones` Locker


Davy Jones’ Locker ist ein englisches Idiom für den Grund des Ozeans – der letzten Ruhestätte ertrunkener Seeleute. Der Ausdruck wird als Euphemismus für den Tod auf hoher See verwendet, z.B. in dem Ausdruck "to be sent to Davy Jones’ Locker".

Davy Jones wird von Seefahrern auch als Spitzname verwendet, um den Teufel des Meeres zu benennen. Hat beispielsweise bei einem Auftrag die Konkurrenz schneller das Ziel erreicht, so wird eine fremde Macht vermutet, es wird ein Pakt mit dem Teufel vermutet, mit Davy Jones.

Daniel Defoe benutzte den Ausdruck Davy Jones’ Locker bereits 1726 in seinem Buch „The Four Years Voyages of Captain George Roberts“: Heaving the rest into David Jones’s Locker, i.e. the sea. Hier findet sich jedoch noch keine Assoziation mit dem Unglück. Die früheste bekannte Referenz auf eine negative Bedeutung von Davy Jones findet im Buch The Adventures of Peregrine Pickle von Tobias Smollett aus dem Jahr 1751:
This same Davy Jones, according to sailors, is the fiend that presides over all the evil spirits of the deep, and is often seen in various shapes, perching among the rigging on the eve of hurricanes, ship-wrecks, and other disasters to which sea-faring life is exposed, warning the devoted wretch of death and woe.
(dt.: Nach Ansicht vieler Seeleute ist Davy Jones der Unhold, der über alle bösen Geister der Tiefe herrscht. Er wird in den verschiedensten Formen beschrieben: so soll er am Vorabend von Hurricanen zwischen der Takelung sitzen; Schiffwracks und anderes Unheil, welches einem Seefahrer widerfährt, werden ihm zugeschrieben und warnt abergläubige Tore vor Tod und Elend.)

In der gleichen Geschichte wird Jones beschrieben mit großen Augen, drei Reihen von Zähnen, Hörnern, einem Schwanz sowie blauem Rauch, der aus seinen Nasenlöchern kommt. 1824 erwähnt Washington Irving Jones’ Namen in seinen „Adventures of the Black Fisherman“: He came, said he, in a storm, and he went in a storm; he came in the night, and he went in the night; he came nobody knows whence, and he has gone nobody knows where. For aught I know he has gone to sea once more on his chest, and may land to bother some people on the other side of the world; though it’s a thousand pities, added he, if he has gone to Davy Jones’s locker.

Der genaue Ursprung von Davy Jones ist unbekannt und es gibt eine Reihe von möglichen Erklärungen. Eine behauptet, dass der Name auf einen Piraten namens David Jones zurückgeht, der in den 1630er Jahren den Indischen Ozean unsicher machte.

Doch diese Theorie wird allgemein bezweifelt, da besagter Pirat eigentlich nicht berühmt bzw. berüchtigt genug gewesen war, um einen solchen Ruf zu begründen. Weitere Quellen gehen von einem britischen Pub-Besitzer aus, der bereits in dem Lied „Jones’s Ale is Newe“ aus dem Jahr 1594 erwähnt wird. Es wird behauptet dass dieser Jones betrunkene Seeleute in seinem Bier-Schrank (ale locker) einsperrte und anschließend auf beliebige Schiffe verfrachtete.

Der Name könnte auch auf Duffer Jones zurückgehen, einem bekannten kurzsichtigen Seemann, der des öfteren über Bord fiel. Auch übernatürliche Ursprünge lassen sich finden, z. B. die walisische Seemänner, die in Zeiten von Todesgefahr den Heiligen David (auch Dewi genannt) um Schutz anbeten. Einige Quellen nennen ihn Deva, Davy oder Taffy und bezeichnen ihn als Dieb der bösen Seelen. Im Westindischen Raum gibt es die Bezeichnung Duppy für einen übel wollenden Geist. Der Nachname Jones könnte vom Propheten Jonah abstammen, dessen Geschichte für Seeleute Unglück bedeutet.